Mit dem WebserienBlog dokumentieren wir die deutschsprachige Webserienlandschaft und ausgewählte internationale Webserien [mehr über das Projekt].

Artistically Challenged

Handlung

In dieser Webserie wird die Geschichte eines erfolglosen Künstlers Nick erzählt, dessen Bild über Nacht berühmt wird. Blöderweise hat Nick das Bild gar nicht selbst gemalt, sondern auf einem Flohmarkt gekauft und seinem Manager aus Frust erzählt, dass es sich dabei um sein neuestes Werk handelt. Die New Yorker Kunstszene hält ihn nun aber für einen Genie – und weil er die Anerkennung und die damit verbundenen finanziellen Vorteile nicht verlieren möchte, darf seine ‚kleine Lüge‘ auf keinen Fall auffliegen.

Anmerkung

„Artistically Challenged“, die ausschließlich über Instagram veröffentlicht wurde, gehört mit ihren 32 Folgen wohl zu den kürzesten Webserien überhaupt: Eine Episode der Serie ist nämlich nur 15 Sekunden lang und die gesamte erste Staffel weist damit die Gesamtlänge von 8 Minuten auf. Mit diesem ungewöhnlichen Format versuchen die Produzenten, eine Gruppe Filmschaffender aus New York, die Möglichkeiten und Grenzen von Instagram, einer Kommunikationsplattform zum Austausch von privaten Fotos und Videos, auszutesten. Ein hoher Produktionsaufwand hinter dem Bild, Ton und der schauspielerischen Leistung der Webserie ist deutlich zu spüren – tatsächlich sind in das Projekt insgesamt 25 Crewmitglieder und 30 Schauspieler involviert.

Grundsätzlich kann man beobachten, dass immer mehr Kreative aus der Film- und Medienbranche Portale wie Snapchat, Instagram und Vine als Distributionsweg für audiovisuelle Erzählungen entdecken, insbesondere nachdem die Anbieter Videofunktionen in ihre Software implementiert haben. Gerade im Bereich des Marketings benutzt man schon länger eine solche direkte Kommunikation mit Nutzern, um sie zu unterhalten und gleichzeitig emotional an die Marke zu binden. Dass diese Strategie durchaus funktionieren kann, zeigen Firmen wie beispielsweise Ikea, Ben&Jerry‘s oder Reebok mit ihren Videoanzeigen. Doch im Gegensatz zu kurzen Marketingclips besteht bei einer (web-)seriellen Erzählung die Schwierigkeit in erster Linie darin, innerhalb kürzester Zeit die Charaktere zu etablieren und die Handlung voranzutreiben. Die ungewöhnlich kurze Dauer der Folgen bedeutet gleichzeitig, dass jede gezeigte Sekunde für die Erzählung wichtig sein muss.

„Artistically Challenged“ ist dabei eins der besseren Beispiele, denn trotz dieser Einschränkung ist die Serie technisch und inhaltlich überzeugend. Innerhalb einer Folge werden nur sehr wenige Figuren und Szenenwechsel gezeigt; eine Episode beschränkt sich in der Regel auf einen einzelnen kurzen Handlungsbogen, manchmal sogar auf eine einzige Unterhaltung (wie beispielsweise in der Episode 18), sodass die Aufmerksamkeit des Zuschauers dabei auf ein einziges Ereignis fokussiert wird. Zwischen einzelnen Folgen (und entsprechend auch Ereignissen), die in einigen Fällen fast nahtlos aneinandergereiht werden, wird auch mal ein kleiner Zeitsprung (wie etwa zwischen den Episoden 6 und 7) gemacht, sodass der Zuschauer die kleinen Handlungslücken selbst zu Ende denken muss. Außerdem ist die Serie locker und ironisch erzählt und funktioniert vermutlich gerade deswegen sehr gut im Rahmen einer Plattform wie Instagram.

Abschließend bleibt anzumerken, dass trotz dieses gelungenen Beispiels nicht jede Geschichte – und mit Sicherheit auch nicht jedes Genre – in einem Kurzformat umgesetzt werden kann oder sollte. Im Vergleich zu regulären Webserien, die auf YouTube oder Vimeo veröffentlicht werden, müssen solche Konzepte wie „Artistically Challenged“ ihre Botschaft viel klarer und kurzweiliger kommunizieren, um den Nutzer innerhalb nur weniger Sekunden für sich zu gewinnen. Ob ultrakurze Webserien es tatsächlich schaffen, nachhaltig zu einem festen Bestandteil von sozialen Netzwerken zu werden, oder inwiefern es sich nur um einen kurzzeitigen Trend handelt, bleibt abzuwarten.

Angaben

Staffeln: 1
Episoden: 32
Episodenlänge: ca. 15 Sekunden
Zuerst gezeigt: Über die Smartphone-App Instagram
Produktionsteam: Aleks Arcabascio, Jeremy Boros, Michael Deigh
Jahr: 2014
Genre: Comedy
Abrufbar unter: www.actheseries.com
(Zugriff: 17.10.2016)

Maria Malzew, 14.11.2016


Prom Queen [ENG]

Handlung

Im Mittelpunkt von Prom Queen stehen zehn Jugendliche, die sich kurz vor ihrem Highschool-Abschluss befinden. Es geht sowohl um Konflikte mit den Eltern, erste Liebesbeziehungen und die Suche nach der eigenen Identität als auch um die nächste große Sportveranstaltung, coole Poolpartys und die Vorbereitung des Abschlussballs. Adoleszenz-Geschichten, aufgelockert durch Themen des Highschoolfilms. Doch die Inszenierung von Coming-of-Age-Motiven wird mit einem mysteriösen Crime-Plot verwoben: Ausgerechnet für den Tag des Abschlussballs kündigt ein mysteriöser Unbekannter einen Mord an, in den mindestens eine der Hauptfiguren verwickelt werden soll.

Die zweite Staffel Prom Queen: Summer Heat knüpft an die erste Staffel an und zeigt die Highschool-Absolventen bei einer Abschlussfahrt. Im Mittelpunkt der dritten Staffel (Prom Queen: Homecoming) steht dann die Aufklärung des Mordanschlags aus der ersten Staffel sowie eines weiteren Gewaltverbrechens im Rahmen eines ‚Proms‘.

Prom Queen kann als eines der bekanntesten und beliebtesten frühen Webserien-Franchises verstanden werden. Laut Angaben der Produzenten aus dem Jahr 2012 wurde die erste Staffel von Prom Queen über 40 Millionen Mal angeschaut. Zudem wurden die verschiedenen Staffeln der Webserie weltweit ‚zweitverwertet‘ und liefen nach der Erstveröffentlichung im Netz beispielsweise im französischen oder japanischen Fernsehen. 

Distribution und Vermarktung

Die ersten beiden Staffeln von Prom Queen liefen auf Myspace sowie auf der eigenen Website „Promqueen.com“. Die letzte Staffel der Webserie wurde über die Webseiten der nordamerikanischen TV-Sender CW Televison Networks und City TV veröffentlicht. Eine besondere Verknüpfung mit dem Portal MySpace war in der ersten Staffel dadurch gegeben, dass die Figuren der Serie über eigene Myspace-Profile und Video-Blogs verfügten. Die fiktionalen Charaktere wurden jenseits der Serie wie reale Netzidentitäten inszeniert. Somit wurde nicht nur die Grenze zwischen Fakt und Fiktion aufgeweichtv, sondern auch eine verstärkte Bindung zwischen realen MySpace-Usern und dem Erzählkosmos der Webserie ermöglicht (ausführlicher zur medialen Rahmung von Prom Queen vgl. Kuhn: 2014).

Prom Queen wurde von vornherein professionell vermarktet. Der Limonadenhersteller Pom Wonderful trat als einer der Hauptsponsoren der Webserie auf. Auch Textilunternehmen wie Victoria's Secret oder HotKiss unterstützten die Webserie finanziell. Im Gegenzug verpflichteten sich die Produzenten von Prom Queen dazu, die Produkte der genannten Firmen werbewirksam in der Webserie zu platzieren. Neben diesem wirkungsvollen Product-Placement wurden ebenfalls Merchandise-Artikel über die Prom-Queen-Homepage vertrieben.   

Nach der Produktion der zweiten Staffel Prom Queen: Summer Heat wurde das Serienformat 2008 nach Japan verkauft, wo die Webserie unter dem Titel Tokyo Prom Queen (2008-2009) neu aufgelegt wurde. Im Jahr 2010 folgte dann eine dritte Staffel mit dem Titel Prom Queen: The Homecoming, die die Storyworlds von Prom Queen und der beliebten Webserie Sam has 7 Friends zusammenführte, die von den Prom-Queen-Produzenten im Jahr 2006 gestartet worden war und in 80 Episoden von den letzten Tagen im Leben einer jungen Schauspielerin erzählt.

Genre, Dramaturgie und narrative Struktur

In der ersten Folge der ersten Staffel („The Long Walk“) wird eine mysteriöse Spannung aufgebaut, die erst spät, am Ende der 80 Folgen umfassenden ersten Staffel, wieder aufgelöst wird – und dort auch nur teilweise, sodass einige der Handlungsfäden in der dritten Staffel wieder aufgenommen werden können. Die eigentliche Exposition beginnt schließlich mit der zweiten Folge („Teenage Wasteland: The Video Yearbook“): Die britische Gaststudentin Danica Ashby geht mit einer Digitalkamera durch die Schule und konfrontiert ihre amerikanischen Mitschülerinnen und Mitschüler mit Fragen nach der Bedeutung des bald anstehenden Abschlussballs. Die Figuren, die dabei vorgestellt werden, erinnern an das prototypische Personal aus Highschool-Filmen oder -Serien: Lauren Holland, der 'Klassenschwarm', Chat Moore, der 'professionelle Athlet', Sadie Simmons, die politische Aktivistin...

Die Erzählung greift im weiteren Verlauf immer wieder verschiedene stereotype Elemente dieses Subgenres des Teenpics auf und verdichtet diese. Der Handlungsraum ‚Highschool‘ spielt dabei eine wichtige Rolle: Solche Bereiche wie der Klassenraum, der Sportplatz oder der Flur mit Schließfächern werden als zentrale Orte der Begegnung und Auseinandersetzung zwischen den Schülern inszeniert. Zudem dient das Motiv des Abschlussballs als wichtige Verknüpfung. Dies wird beispielhaft in der zweiten Folge der Webserie deutlich, wenn Danica ihre Mitschüler zu dem anstehenden Prom befragt. Hierbei treten zum einen unterschiedliche Einstellungen der Schüler zu diesem ‚Ritual‘ hervor, zum anderen wird aber auch deutlich, dass keiner der Highschool-Absolventen diesem völlig gleichgültig entgegentritt. Eine SMS, die die Figur Ben Simmons am Schluss der zweiten Folge erhält, lädt den Ball und die Wahl zur Prom Queen mit zusätzlicher Bedeutung auf: „U r going 2 kill the prom queen“, schreibt ein „unknown user“. So etabliert die SMS den Ball als zentrales Ereignis der Erzählung, das zwei entscheidende Handlungsbögen verbindet: Die Fragen nach dem Ausgang der Wahl zur Promqueen und den Hintergründen der angedrohten Gewalttat.

Die ersten 15 Folgen der ersten Staffel führen weitere genretypische Subplots ein. Dazu zählen das Liebes- und Beziehungsmotiv oder – sehr zentral – das Motiv der Metamorphose. Die Schülerin Sadie Simmons entspricht aufgrund ihres Interesses an Politik und ihres alternativen Kleidungsstils nicht den Normvorstellungen von Peer-Groups wie ‚den Sportlern‘ oder ‚den Cheerleadern‘, die im sozialen Gefüge der Highschool als besonders ‚hip‘ gelten. Am Ende der ersten Staffel erlangt sie aber trotzdem die Anerkennung aller Mitschüler, indem sie sich in eine ‚Abendkleidprinzessin‘ verwandelt, die große Chancen hat, die Wahl zur Promqueen zu gewinnen.

Die Merkmale des prototypischen Highschool-Films sind insgesamt so deutlich und zahlreich, dass man Prom Queen (ganz ähnlich wie Riley Rewind) als Netztransformation eines Highschool-Films einordnen kann. Die Typisierung der Figuren und die unmittelbare Vertrautheit resultieren aus der Etikettierung der Figuren mit typischen Eigenschaften aus Highschool- und Jugendfilmen. Durch wenige Andeutungen kann so ein konventionelles Handlungsschema etabliert werden, mit dem im Laufe des Plots gespielt wird (ausführlicher zu Genre-Referenzen in Prom Queen vgl. Kuhn 2014).

Die zweite Staffel spielt dann nicht mehr im Handlungsraum der Highschool, sondern zeigt, wie verschiedene Figuren aus der ersten Staffel auf einer Jahrgangsreise nach Südmexiko ihren Abschluss feiern. Erneut bedient sich die Webserie bei Versatzstücken von Jugend- und Highschool-Filmen wie z.B. Fast Times und Spring Breakers, die gemeinsames Feiern von Schülern und Studenten in den Mittelpunkt stellen. Dementsprechend vermittelt die zweite Staffel wesentlich mehr explizite Inhalte, indem gezeigt wird, wie die Jugendlichen Alkohol trinken, Drogen konsumieren oder erste sexuelle Erfahrungen sammeln. Wie in der ersten Staffel kommt es erneut zum Einbruch von Gewalt und krimineller Energie in die ‚heile Welt‘ der Teenager, als sich herausstellt, dass ein Mörder unter den Reisenden ist. Im Mittelpunkt der dritten Staffel steht dann wiederum Sadie, die bereits eine zentrale Rolle in der ersten Staffel gespielt hat und nun an den Ort der Verbrechen zurückkehrt. Neben Elementen des Coming-of-Age-Films werden in der dritten Staffel insbesondere Genre-Elemente aus Detektiv-Filmen und -Serien eingesetzt.

Ästhetik

Die Ästhetik der Webserie orientiert sich über weite Strecken an den Konventionen des amerikanischen Highschool-Films: Dies wird im rasanten Schnitt, der Unterlegung mit atmosphärischer Popmusik und nicht zuletzt im genretypischen Casting deutlich. Nahezu alle Darsteller entsprechen einem normativen Schönheitsideal, zusätzlich wird auch der Kleidung der Figuren ein großer Wert eingeräumt. Dies ergibt sich auch aus den  Kooperationen mit den genannten Sponsoren aus der Textilindustrie (siehe oben) sowie mit einem Online-Versandhandel namens StarStyle.com, bei dem während der ersten Staffel über eingebettete Werbeanzeigen von den Figuren getragene Kleidungsstücke direkt bestellt werden konnten. Prom Queen bot somit eine fragwürdige Art der Partizipation, indem Schauspieler gleichzeitig als Models funktionalisiert wurden, die den Zuschauern ausgewählte Produkte vorführten und so zum Kauf anreizen sollten.
 
Angaben

Staffeln: 3
Episoden: 80 (Prom Queen), 15 (Prom Queen: Summer Heat),
22 (Prom Queen: Homecoming)
Episodenlänge: 1-1,5 Min.
Erscheinungsrhythmus: nicht mehr genau zu recherchieren
Zuerst gezeigt auf: MySpace
Drehbuch: Doug Cheney,
Produktion: Big Fantastic
Jahr: 2007
Genre: Mystery, Teen-Pic

Abrufbar unter:

https://www.youtube.com/playlist?list=PLB9A49DF603AE11A3 (in Deutschland nicht verfügbar) (Zugriff: 19.01.2015)

Sonstige Quellen:

 

Sekundärliteratur (Auswahl):

Markus Kuhn (2013): „Von einsamen Mädchen, Prom-Queens und 'coolen Säuen'. Die Webserie als neue serielle audiovisuelle Erzählform im Internet“, in: Kracke, Bernd/Ries, Marc (Hgg.), Expanded Narration. Das neue Erzählen, Bielefeld: transcript 2013, S. 305-321. Englische Übersetzung in dem gleichen Band: "Of Lonely Girls, Prom Queens, and Cool Guys: Web Series as a New Audiovisual Form on the Internet", S. 287-303.

Markus Kuhn (2014): „Der Einfluss medialer Rahmungen auf das Spiel mit Genrekonventionen. Die Webserie Prom Queen als Transformation des Highschool-Films im Internet“, in: Henke, Jennifer/Krakowski, Magdalena/Moldenhauer, Benjamin/Schmidt, Oliver (Hgg.), Hollywood Reloaded. Genrewandel und Medienerfahrung nach der Jahrtausend­wende, Marburg: Schüren 2013, S. 192-217.

Markus Kuhn/Andreas Veits

(Dieser Blogeintrag basiert weitgehend auf wissenschaftlichen Arbeiten von Markus Kuhn, die unter dem Punkt „Sekundärliteratur“ verzeichnet sind.)

lonelygirl15


Handlung

Die 2006 gestartete Serie lonelygirl15 kann bereits heute als Webserien-Klassiker gelten. Zentraler Clou der Webserie war das Verwirrspiel um Fakt und Fiktion: lonelygirl15 wurde aufgrund der geschickten Inszenierung zuerst als privater Videoblog eines realen Teenagers und nicht als fiktionale Webserie rezipiert und erzielte nicht zuletzt deswegen extrem hohe Zugriffszahlen auf YouTube. Nach etwa dreimonatiger Laufzeit wurde die Webserie im September 2006 durch Journalisten und lonelygirl15-Fans als fiktionale Produktion ‚entlarvt‘ – begleitet von massivem Medieninteresse. Die Enttarnung tat der Beliebtheit der Serie, die über drei lange Staffeln fortgesetzt wurde, jedoch kaum Abbruch.

Unter dem Usernamen lonelygir15 berichtet die 16-jährige Bree im Rahmen von YouTube-Clips über ihr Leben. Anfangs geht es dabei vor allem um Brees Probleme mit ihren Eltern, ihren besten Freund Daniel, ihren Heimschulunterricht oder um die sektenartige Religion ihrer Eltern. Diese seltsame Religion bestimmt dann viele der zentralen Handlungsmomente, die im weiteren Verlauf der ersten Staffel etabliert werden: So weigert sich Bree, an einem mysteriösen Ritual der Glaubensgemeinschaft, für das sie zuvor ausgewählt wurde und der damit zusammenhängenden ‚Vorbereitung‘ teilzunehmen, die eine besondere Diät und das Einnehmen von ‚Medikamenten‘ umfasst. Die zunehmend militant operierende religiöse Gemeinschaft, die sich The Order‘ nennt, fühlt sich durch Brees Weigerung herausgefordert, was zu einer Reihe von gewaltsamen Übergriffen auf sie und ihre Freunde führt. Neben den rudimentären Alltagsbeschreibungen von Bree und ihren Freunden werden immer mehr Elemente etablierter Filmgenres (Horror, Krimi, Mystery, Road Movie) in die Handlung eingewoben. Von anderen Videobloggern bekommt die Protagonistin verstörende Informationen über die Sekte zugespielt. Brees Eltern verschwinden plötzlich aus ihrem Haus und lassen nur eine versteckte Nachricht zurück, in der sie ihr raten, sich zukünftig von der Religionsgemeinschaft fernzuhalten. Die Webserie fokussiert zunehmend auf Brees Flucht vor der Sekte, auf ihre Affäre mit Jonas und auf ihre Beziehungen zu ihrem besten Freund Daniel sowie weiteren Helfern wie den Video-Bloggern Alex und Gemma, die alle auf die eine oder andere Art mit der gefährlichen Religionsgemeinschaft zu tun hatten oder sich teilweise sogar als verdeckte Angehörige des Kults herausstellen.

Im letzten Teil der ersten Staffel wird Bree mehrmals von der religiösen Organisation gekidnappt. Es gelingt ihren Freunden zwar, sie zweimal zu befreien, dennoch gerät sie schließlich doch für längere Zeit in die Fänge der Sekte. Eine dramaturgisch zugespitzte Suche beginnt, bei der Daniel, Jonas und die anderen verschiedene Hinweise kombinieren müssen, um Brees Aufenthaltsort ausfindig zu machen. In den letzten Folgen überschlagen sich die Ereignisse: Die Rettungsaktion der Freunde endet damit, dass mehrere Figuren ihr Leben verlieren.

Auch in der zweiten und dritten Staffel der Webserie bestimmen Auseinandersetzungen zwischen den Teenagern und der religiösen Organisation The Order‘ die Handlung. Zudem werden verschiedene Handlungsstränge über mehrere Staffeln fortgesetzt; entsprechend wirken auch einige der Protagonisten staffelübergreifend mit.

Kontext und Medienumgebung

Die Webserie wird nachhaltig durch ihre mediale Rahmung im Videoportal YouTube geprägt. lonelygirl15 macht sich die spezifischen Funktionen der Videoplattform zunutze, die es beispielsweise erlauben, die Beiträge verschiedener Nutzer durch die hypertextartige Struktur von Postings und Antwortvideos in Beziehung zu setzen. Mit Hilfe dieses komplexen Netzes aus (Video-)Beiträgen, Antworten und Kommentaren wird ein Großteil der Handlung etabliert. Zudem werden so weitere Interaktionsmöglichkeiten wie die (schrift-)sprachliche Kommunikation zwischen Figuren und Rezipienten in die Storyworld eingebaut. Zu den Interaktionsmöglichkeiten zählen auch verschiedene Online-Chats (beispielsweise am 28. November 2006), die die Figuren mit den Usern veranstalteten, um Ratschläge zu wichtigen Entscheidungen zu erhalten. In der 39. Episode („The Test“) wurde beispielsweise die lonelygirl15-Anhängerin GoodGollyitsHolly unter verschiedenen Fans ausgewählt, um für Daniel und Bree die Entscheidung zu treffen, ob diese der Figur Jonas vertrauen könnten und sein Angebot annehmen sollten, sich in dem Haus seiner Eltern vor der religiösen Organisation zu verstecken.

Rezeption

lonelygirl15 war ein Medienereignis. Die Inszenierung vorgeblicher Authentizität, die der Webserie eingeschrieben ist, erzeugte ein beachtliches internationales Medieninteresse, das sich nicht auf das Internet begrenzte, sondern auch im Fernsehen und in den Printmedien fortsetzte. Auf dem Höhepunkt  der Aufmerksamkeit rund um die Enttarnung der Authentizitätstäuschung im September 2006 berichteten in Deutschland beispielsweise Stern und Spiegel über die Webserie.

Bereits vor der Enttarnung entwickelten sich einige der lonelygirl15-Clips zu den meistgesehenen YouTube-Videos des Jahres 2006. Insbesondere bei den frühen Rezipienten, die Brees Postings verfolgt und viele Beiträge kommentiert hatten, sorgte die zunehmende Skepsis und spätere Enttarnung für Aufsehen. Deutlich bevor die Videoblogs als Kunstprodukte der drei semiprofessionellen ‚Filmemacher‘ Miles Beckett, Mesh Flinders und Greg Goodfried und die Protagonistin Bree als inszenierte Figur (gespielt von der damals 19-jährigen Schauspielerin Jessica Rose) enttarnt wurden, vermehrten sich die Diskurse hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit. Die steigende Qualität der Clips, Schnitte, digitale Nachbearbeitung, Vertonung und eine ausgefeilte Bildästhetik führten zu ersten Kommentaren, die die Authentizität von lonelygirl15 in Frage stellen. Verstärkt wurde diese Skepsis – artikuliert durch Kommentare der Fan-Gemeinde –  durch zunehmend intimere Offenbarungen der Protagonistin, die inhaltliche Konventionen und unausgesprochene Grenzen privater Videoblogs zu überschreiten schienen. All das sorgte für eine stetig steigende Aufmerksamkeit und viele neue Rezipienten, die erst durch den ‚Medienrummel‘ auf das geheimnisvoll wirkende Phänomen gestoßen wurden.

Sowohl bevor als auch nachdem lonelygirl15 als fiktionale Produktion überführt wurde, gelang es der Webserie durch ihre interaktive Struktur, ein enges Band zwischen den Rezipienten und der Protagonistin Bree zu knüpfen. Zuerst vor allem in Kommentaren, später auch in Antwortvideos äußerten sich viele Rezipienten zu Brees Videobeiträgen. Bree und ihr bester Freund Daniel gingen teilweise in Kommentaren, seltener in ihren Clips auf die Kommentare anderer User ein. Dadurch entwickelte sich eine die einzelnen Clips übergreifende Kommunikation zwischen Bree und anderen YouTube-Usern. Jedes YouTube-Mitglied hatte die Möglichkeit, über die Antwort-Funktion der Plattform auf Brees Beiträge in Form von Kommentaren oder eigenen Video-Blogs einzugehen.

Die erste Staffel lässt sich grob in drei Abschnitte einteilen: Der erste Teil der ersten Staffel – ab Folge 1 („First Blog / Dorkiness Prevails“) bis ungefähr zu Folge 33 („House Arrest“) – ist geprägt durch die reale Kommunikation der Fans mit der scheinbar realen Bree mittels der Kommentar-Funktion. Im zweiten Teil (Folge 84 bis 172) und im letzten Teil (Folge 173 bis 256) der ersten Staffel lassen sich weniger direkte Kommunikationssituationen zwischen Usern und Figuren ausmachen. Stattdessen wurden durch verschiedene in den einzelnen Folgen versteckte Rätsel zusätzliche Möglichkeiten der Partizipation eröffnet: Die Rätsel ergaben sich, wenn sich die Figuren an zentralen Stellen der Handlung bestimmten Herausforderungen stellen mussten. In solchen Situationen wurden die Fans beispielsweise dazu aufgefordert, ein Passwort für eine Datei mit zusätzlichen Informationen zum religiösen Kult zu knacken oder versteckte Botschaften in Brees Videoblogs zu entschlüsseln, sodass sich die Community der Webserie durch das Posten ihrer Lösungsansätze interaktiv einbringen konnte. Auf einige dieser Ergebnisse wurde dann auch in der Webserie reagiert: In Folge 199 der ersten Staffel („Camp Play“) bedankt sich Daniel beispielsweise bei mehreren Usern, die sich im lonelygirl15-Forum an der Entschlüsselung einer Geheimbotschaft beteiligt hatten: „So anyway, we tossed the note up on the forum, and thanks to of course Taylor, and Apo, and impulse, and the rest of you crazy cyber crackers, we got the (…) message.“ Derartige Rätsel lassen sich in den Folgen 100, 104, 127, 137, 198, 199, 200, 201, 217, 223, 230 und 231 sowie dem zwölfteiligen Finale der ersten Staffel wiederfinden; nicht immer reagierten dabei die diegetischen Figuren auf die Vorschläge der Community. (Bei der Nummerierung der Folgen orientieren wir uns im gesamten Eintrag zu lonelygirl15 an: http://lgpedia.nitemarecafe.com/wiki/page/List_of_lonelygirl15_videos/Season_1 
Eine nicht vollständige Liste, die derselben Zählung folgt, findet sich auf imdb.com: http://www.imdb.com/title/tt1039793/episodes#season-1 [jeweils 10.01.2015].) 

Doch nicht nur Bree, sondern auch weitere (scheinbar reale) User wurden von den Produzenten der Serie zum Zweck der Authentizitätstäuschung inszeniert: Schon ab der siebten Folge („Daniel Responds“) beteiligte sich Brees bester Freund Daniel am Geschehen, indem er sich ebenfalls als privater YouTube-User ausgab und der Sechszehnjährigen in eigenen Videobeiträgen antwortete. In vergleichbarer Weise griffen weitere Figuren wie Emma (die 25 eigene Blogs mit Bezug zum Erzählkosmos postete) oder Jonas (mit insgesamt 125 Video-Blogs) in die erzählte Welt der Serie ein, indem sie ebenfalls scheinbar private Videoblogs über die Antwort-Funktion des Video-Dienstes einstellten und auf Bree Bezug nahmen. Die zentralen Protagonisten der ersten Staffel wurden so allesamt zuerst durch Videoantworten eingeführt, um dann im weiteren Verlauf der Webserie aktiv in die Handlung involviert zu werden. Somit suggerierte lonelygirl15, dass aus passiven Kommentatoren jederzeit aktive Protagonisten der Webserie werden könnten. Allerdings handelte es sich bei allen ‚Usern‘, die später tatsächlich vor laufender Kamera in die Ereignisse der Storyworld von lonelygirl15 eingriffen, um Schauspieler – genau wie bei Bree. Trotzdem gibt es eine Vielzahl von privaten YouTube-Usern, die Beiträge hochluden und als Antwortvideos schalteten, die sich am Stil der ‚offiziellen‘ loneleygirl15-Beiträge orientierten und von anderen Usern zeitweise für definitive ‚Bestandteile‘ des Serienkosmos gehalten wurden.

All die genannten Möglichkeiten der Interaktion können als zentrale Merkmale gewertet werden, die zur Rezipientenbindung der Webserie beigetragen haben. lonelygirl15 erzählte nicht einfach nur eine Geschichte, sondern bot dem Zuschauer (bis zu einem gewissen Grad) die Möglichkeit, sich aktiv in die Entwicklung der Geschichte einzubringen und so selbst zu einem Teil des Erzählkosmos zu werden. Dieses Konzept wurde von den Produzenten auch in den späteren Staffeln und weiteren Webserien (Kate Modern, N1ckola) fortgesetzt. 

Ästhetik

Die Ästhetik von lonelygirl15 wird zentral durch Signale des (Pseudo-)Authentischen bestimmt. Visuelle und sprachliche Marker des Pseudo-Authentischen orientieren sich in diesem Fall an etablierten Mustern des Videobloggens: Bree sitzt in ihrem privat wirkenden Zimmer, spricht und blickt direkt in die Kamera, die das Geschehen in der Regel aus einer statischen Perspektive zeigt und somit an die Ästhetik von Webcams erinnert, wie sie häufig für Videoblogs genutzt werden. Durch die Aufnahmesituation und den direkten Blick in die Kamera wird dabei zugleich eine offene, die Grenzen des Clips übergreifende Kommunikationskonstellation gebildet. Bree blickt den Zuschauer nicht nur an, sondern wendet sich auch direkt an das von ihr angenommene Publikum mit Begrüßungsformeln wie „Hey Guys“ und konkreten Fragen. Spontaneität, das Suchen nach richtigen Formulierungen, Füllwörter wie „Um“ oder „Hum“ und „Allright“ sowie Eingeständnisse ihrer Unsicherheit („I'm not sure“) können als Zeichen mangelnder Professionalität und Spontaneität der sechszehnjährigen ‚YouTube-Anfängerin‘ gewertet werden.

Neben der beschriebenen Webcam-Ästhetik greift die Webserie zudem und im Verlauf der ersten Staffel zunehmend häufiger auf Handkamera-Effekte zurück, die in der diegetischen Welt der Webserie damit begründet werden, dass eine oder mehrere Figuren eine mobile Kamera dabei haben und sich gegenseitig filmen (ausführlicher zum ‚Handkamera-Effekt‘ vgl. Kuhn 2012.). Die Kamera zeichnet sich in diesen Passagen durch eine hohe Beweglichkeit und Unruhe des Bildes aus, um anzudeuten, dass die Figuren die Kamera spontan in die Hand nehmen und einfach ‚losfilmen‘. Beispielhaft lässt sich dies in der 26. Folge („Swimming“) nachvollziehen, in der Brees bester Freund Daniel mit seiner mobilen Kamera filmt, wie sie beide einen sorglosen Tag am See verbringen. Gerade diese Folge kann aber auch als Beispiel für die streckenweise widersprüchliche visuelle Inszenierung der Webserie herangezogen werden. So werden zwar zum einen gezielt visuelle Konventionen wie Web- oder Handkamera-Effekte genutzt, die auf einen privaten und unprofessionellen Produktionshintergrund schließen lassen, auf der anderen Seite ist die Montage von Bild und Ton aber auf einem recht hohen Niveau ausgeführt. In „Swimming“ werden nach einem ‚videoblog-artigen‘ Intro beispielsweise einige Sequenzen angeschlossen, die Bree beim Baden zeigt. Diese Sequenzen zeichnet sich durch exakt gesetzte Schnitte aus, die im Rhythmus der unterlegten, atmosphärisch zum Bild passenden Popmusik gesetzt wurden. Die Ästhetik derartiger Passagen lässt somit eher an die eines Werbeclips als an eine Produktion von zwei unerfahrenen Teenagern denken (zu „Swimming“ ausführlicher Kuhn 2014: 4). Diese von vielen Rezipienten ausführlich kommentierte Diskrepanz wurde werkintern mit der Behauptung begründet, dass der mit Schnittprogrammen erfahrene Daniel Bree bei der Bearbeitung der Clips zur Seite gestanden hätte.

Dramaturgie und narrative Struktur

Anfangs, im ersten Teil der ersten Staffel, scheint Bree eine gewöhnliche 16-Jährige zu sein – mit wenigen Ausnahmen: Sie wird zu Hause unterrichtet und hat auffallend strenge Eltern, was auf eine ominöse Religion zurückgeführt wird. Per Computer wendet sie sich mehrmals in der Woche an die YouTube-Community. Mit wachsendem Figuren-Ensemble geht es im zweiten und dritten Teil der ersten Staffel um den ‚Kampf‘ der Protagonisten gegen die seltsame religiöse Organisation, die sich ‚The Order‘ nennt und Bree zur Teilnahme an einer rituellen Zeremonie zwingen will (s.o.). Die sich überstürzende Handlung kulminiert in einem Finale, in dem in den letzten zwölf Stunden stündlich ein Video hochgeladen wird, ein Echtzeiteffekt im Stil der Fernsehserie 24 – twenty four, der durch die spezifische Struktur des Hochladens und Rezipierens noch verstärkt wird.

Bree berichtet im ersten Teil der ersten Staffel vor allem über Erlebnisse aus ihrem Alltag. Die Dichte an visuell repräsentierten Ereignissen bleibt gering und beschränkt sich auf verspielte Inszenierungen vor der Kamera wie der Imitation eines Musikvideos (Folge 5: „Grillz feat. Danielbeast, LG15, P. Monkey, and O'n“) oder dem Performen mit einem Stofftier (Folge 2: „Purple Monkey“). Andere Figuren ­– wie Brees Eltern – kommen zwar von Beginn an vor, werden aber nahezu ausschließlich über Brees Aussagen eingeführt, sind also eher sprachlich repräsentierte Figuren. Zusätzliche Hauptfiguren werden sukzessive mittels der Video-Antwort-Funktion von YouTube in den Erzählkosmos aufgenommen (ausführlicher zur Einführung weiterer Figuren in lonelygirl15 vgl. Kuhn 2014: 8-12). Brees bester Freund Daniel tritt schon in der 7. Folge („Daniel Responds“) als eigenständiger Video-Uploader auf (s.o.), nachdem er zuvor bereits in einem von Brees Clips (Folge 4 „The Danielbeast“) etabliert wurde. Seit diesem ersten Videoclip, in dem er auf die  Kommunikation zwischen Bree und den Kommentatoren eingeht, schaltet sich Daniel regelmäßig in die Videoclip-Kommunikation ein. Auf Daniel folgen im zweiten und dritten Teil der ersten Staffel u.a. die Figuren Tachyon (Folge 39 „An Update of Sorts“), Gemma (Folge 54 „Nut Kills Man“) oder Jonas (Folge 76 „My Name is Jonas“).
 
Dieses ‚System‘ des zirkulären Einspeisens von neuen Figuren entwickelte über den Verlauf der Handlung eine geradezu sogartige narrative Dynamik: So konnten immer mehr Figuren in den Erzählkosmos eingespeist werden, was zu einer Multiplizierung der seriellen Strukturen führte und sich bis zum Austausch der Hauptfigur verselbständigte; denn auch nachdem lonelygirl15 am Ende der ersten Staffel als Figur getötet wurde, konnte die Serie in zwei weiteren langen Staffeln und mehreren Spin-Offs (LG15 : The Resistance, LG15: The Last, LG15: The Outbreak)  fortgesetzt werden.

Angaben

Staffeln: 3
Episoden: Insgesamt: ca. 547 (Staffel 1 [256]; Staffel 2 [153]; Staffel 3: [136])
Spin-Offs: LG15 : The Resistance (82 Episoden), LG15: The Last: (45 Episoden), LG15: The Outbreak (42 Episoden)
Episodenlänge: ca. 1-5 min.
Erscheinungsrhythmus: Unregelmäßig
Zuerst gezeigt auf: youtube.com
Drehbuch: Miles Beckett/Mesh Flinders/Greg Goodfried/Amanda Goodfried
Produktion: EQUAL
Jahr: 2006-2010
Genre: Teenpic, Mystery

Abrufbar unter:  

(Zugriff: 23.12.2014) 

Sonstige Quellen:




 

Wissenschaftliche Artikel (Auswahl):

Markus Kuhn (2014): "YouTube als Loopingbahn. Lonelygirl15 als Phänomen und Symptom der Erfolgsinitiation von YouTube", in: Repositorium Medienkulturforschung 6 (2014; Wiederveröffentlichung), Online-Ressource
 (Zugriff: 26.01.2015)

Markus Kuhn (2013): "Das narrative Potenzial der Handkamera. Zur Funktionalisierung von Handkameraeffekten in Spielfilmen und fiktionalen Filmclips im Internet", in: DIEGESIS. Interdisziplinäres E-Journal für Erzählforschung 2.1 (2013), S. 92-114, Online-Ressource
[
https://www.diegesis.uni-wuppertal.de/index.php/diegesis/article/download/127/149].
(Zugriff: 26.01.2015)

Markus Kuhn (2013): "Von einsamen Mädchen, Prom-Queens und 'coolen Säuen'. Die Webserie als neue serielle audiovisuelle Erzählform im Internet", in: Kracke, Bernd/Ries, Marc (Hgg.), Expanded Narration. Das neue Erzählen, Bielefeld: transcript 2013, S. 305-321. Englische Übersetzung in dem gleichen Band: "Of Lonely Girls, Prom Queens, and Cool Guys: Web Series as a New Audiovisual Form on the Internet", S. 287-303.

 
Markus Kuhn/Andreas Veits

(Dieser Blogeintrag basiert zu großen Teilen auf wissenschaftlichen Arbeiten von Markus Kuhn, die unter dem Punkt „Sonstige Quellen/Wissenschaftliche Artikel“ verzeichnet sind.)

Pendler und andere Helden

Handlung


Die Comedyserie erzählt die Geschichte von vier unterschiedlichen Pendlern, die auf ihrem gemeinsamen Reiseweg skurrile Alltagssituationen erleben.
Der Autonarr Chris hat mal wieder seinen Führerschein verloren und ärgert sich darüber, nun mit der Bahn zur Arbeit fahren zu müssen. Die Veganerin Sarah nutzt den öffentlichen Nahverkehr hingegen aus Überzeugung. Der unsichere Computernerd Yannick daddelt die meiste Zeit auf seinen Devices. Und BWL-Musterstudent Serkan rettet seine Mitmenschen regelmäßig aus brenzligen Situationen.

Produktion, Distribution und Medienumgebung


Die Webserie ist Teil der Gemeinschaftskampagne „Busse & Bahnen NRW“, initiiert durch das NRW-Verkehrsministerium, das Kompetenzcenter Marketing NRW und DB Regio NRW. Sie hat das erklärte Ziel, den öffentlichen Nahverkehr als „clevere Alternative zum motorisierten Individualverkehr“ (https://www.vrsinfo.de/presse/presseartikel/presse/film-ab-fuer-pendler-andere-helden.html) darzustellen.
Regie führte Peter Thorwarth, bekannt für seine Filme „Bang Boom Bang“ und "Was nicht passt, wird passend gemacht".


Genre und Ästhetik


In technischer Hinsicht wurde die Serie von einem professionellen Team produziert; Bildqualität, Kameraführung und Montage sind generell auf einem hohen Niveau. Dennoch kann man der Serie anmerken, dass sie in kurzer Zeit und unter erschwerten Bedingungen produziert wurde. Weil viele Episoden in fahrenden Zügen gedreht wurden, kommt es beispielsweise häufig zu Kontinuitätsfehlern in Bezug auf die Geschwindigkeit der Bahn.
Anmerkungen
Eine Leitidee der Serie scheint zu sein, Stereotypen aufzugreifen und mit diesen dann ganz bewusst zu brechen. So beispielsweise in Folge 4:
Die überzeugte Veganerin Sarah, die Politikwissenschaften studiert und als Hobby Urban Gardening praktiziert, legt sich in einer Folge mit einem Trupp pöbelnder Fußballfans an. Sie bezeichnet diese als Hobby-Nationalisten. Am Ende der Folge besteht die Pointe darin, dass sie selbst ein Fußballtrikot in ihrer Tasche versteckt hatte...
Die Charakterdarstellung der Webserie erscheint somit eindimensional, woran die  eingesetzten Plot-Twists auch kaum etwas ändern.

Angaben


Staffeln: 1
Episoden: 18
Episodenlänge: 2 - 4 Minuten
Erscheinungsrhythmus: Jeden Mittwoch (Seit 18.08.2015)
Zuerst gezeigt auf: YouTube
Produktion: Busse und Bahnen NRW
Jahr: 2015
Genre: Comedy

Abrufbar unter:


https://www.youtube.com/channel/UCMlrBMVBZ4hyo7WlSTKQtVg

Sonstige Quellen:


http://www.pendler-und-andere-helden.de/
https://inside.bahn.de/pendler-helden/
http://busse-und-bahnen.nrw.de/aktionen/weitere-aktionen/pendler-andere-helden/?orientationGroup=2
https://www.vrsinfo.de/presse/presseartikel/presse/film-ab-fuer-pendler-andere-helden.html


Roland Cremerius, 25.11.2015

Endzeit

Handlung


Der junge Künstler und Familienvater Daniel befindet sich in einer Sinnkrise und steht mit dem heuchlerischen Kunstmarkt auf Kriegsfuß. Als er von einem Onkel einen großen Vorrat an Notfallutensilien erbt, beginnt er damit, das gehortete Material als Überlebens-Kits im Internet anzubieten. Aufgrund der großen Nachfrage wittert Daniel in der Angst seiner Kunden einen lukrativen Markt und professionalisiert den Vertrieb seiner Produkte über die Website www.endzeit.at. Doch auch der wachsende Erfolg seiner Unternehmung kann Daniels Wunsch nach Sinnstiftung nicht erfüllen.

Anmerkungen


Endzeit thematisiert das vor allem in der jüngeren Generation vorherrschende Gefühl der Unsicherheit, in erster Linie in Bezug auf die eigene Zukunft aber auch auf die Entwicklung der Gesellschaft. Die Webserie spielt mit der medial vermittelten Angst vor Krisen und Katastrophen, dem Wunsch, diese bestmöglich durchzustehen, um im nachfolgenden veränderten Gesellschaftssystem zu den ‚Gewinnern’ zu gehören. Somit wird die verzweifelte Sinnsuche „jun­ger Men­schen, die im schein­ba­ren Frei­heits­ver­spre­chen ‚krea­ti­ven’ Ar­bei­tens letzt­lich Selbst­aus­beu­tung, Pre­ka­ri­at und wahl­lo­se Ab­hän­gig­kei­ten (z.B. vom Kunst­markt) wie­der­fin­den“ (www.endzeit.at) karikiert. Die Webserie widmet sich komplexen, philosophischen Fragestellungen, wie z. B. dem Verhältnis zwischen Mensch und Arbeit oder dem vermeintlichen Gegensatz von Kunst- und Wirtschaftswelt. Die Komplexität der Thematik spiegelt sich ebenfalls in der Narration der Serie wider. So verfügt sie über eine in der Zukunft stattfindende Rahmenhandlung, in der die Ermittlerin Veronique mit Daniels Lebensgefährtin Valerie und seinem inzwischen erwachsenen Sohn Max über Daniels Vergangenheit debattiert. Aus dieser Ebene wird die Haupthandlung als metadiegetischen Einschub erzählt und in Form von Videoprojektionen visualisiert, die im Zuge der Gesprächssitzungen betrachtet und analysiert werden.

Angaben


Staffeln: 1
Episoden: 7
Episodenlänge: min. 14 - 23 [Ø 17:21min]
Erscheinungsrhythmus: Episode 1 und 2 auf einmal, 3 – 7 wöchentlich
Zuerst gezeigt auf: www.endzeit.at
Produktion: Groosproduktion
Jahr: 2015
Genre: Drama/Science Fiction

Abrufbar unter:


www.endzeit.at/folgen (Zugriff: 08.10.2015)
Sonstige Quellen:
http://www.endzeit.at/
(Zugriff: 08.10.2015)

Julia Weber, 08.10.2015


Agentur Amateur

Handlung


Die Webserie „Agentur Amateur“ thematisiert in einer pseudoauthentischen Dokumentation den Berufsalltag der gleichnamigen Werbeagentur. Das Besondere an dem Unternehmen ist, dass, abgesehen vom Geschäftsführer Maximilian Williams, sämtliche Positionen mit Mitarbeitern besetzt sind, für die die Kreativbranche vollkommenes Neuland ist. Durch die ungewöhnliche Zusammenstellung des Teams erhofft sich Williams, eine innovative Form von Kreativität zu erzeugen, um sich damit von anderen Marktteilnehmern abzugrenzen zu können. Die Webserie dokumentiert verschiedene Schritte im Entstehungsprozess des Unternehmens, vom Entwurf des Logos oder der Produktion eines Imagefilms über den ersten Kundenbesuch bis hin zum Social Media Management und zur Präsentation erster Ergebnisse.

Produktion und Medienumgebung


Bei Agentur Amateur handelt es sich um eine pseudoauthentische Webserie, die auf der Kultur- und Kunstplattform Arte Creative publiziert wurde. Arte Creative ist eine Art Onlinemagazin, das in erster Linie dazu dient, herausragende kreative Arbeiten und Projekte aus verschiedenen künstlerischen Bereichen, wie beispielsweise klassischeren Medien wie Film oder Fotografie, aber auch neueren Phänomenen wie Street Art oder Web Design zu veröffentlichen. Das Portal kooperiert mit verschiedenen Hochschulen, Museen oder Festivals und bietet Kunst- und Kulturschaffenden eine Plattform, durch welche die Ergebnisse ihrer Kreativität einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Allem Anschein nach werden die  Figuren der Webserie nicht von professionellen Schauspielern, sondern ganz im Sinne der Handlung von Amateuren gespielt. Ob die Protagonisten im Zuge der Produktion wussten, dass es sich bei der Agentur Amateur um ein fiktionales Produkt handelt, lässt sich nur spekulieren. Somit scheint zumindest auf den ersten Blick, die Grenze zwischen Fiktionalität und Faktualität zu verschwimmen. Vor allem die unprofessionelle Inszenierung und die laienhaften Darsteller erwecken zunächst den Eindruck eines tatsächlich dokumentarischen Webformats. Dieser Eindruck wird außerdem durch mediale Repräsentation im Internet unterstützt: Die Agentur Amateur verfügt neben der Webserie über einen zusätzlichen Webauftritt, der sowohl gestalterisch als auch inhaltlich an das Konzept der Serie anknüpft. Hierbei handelt es sich um eine Homepage,  die – gemessen an  gestalterischen Konventionen einer zeitgemäßen Werbeagentur – eher unprofessionell und dilettantisch designt ist. In den einfach geschriebenen und phrasenhaften Texten, die die Arbeit und Mitarbeiter der Agentur beschreiben, finden sich zudem zahlreiche Rechtschreibfehler. Die Unprofessionalität der Homepage wirkt auf den ersten Blick allerdings keinesfalls überzogen, sondern vielmehr authentisch unprofessionell, sodass sich zunächst nicht vermuten lässt, dass hinter dem Projekt eine fiktionale Produktion steckt. Auch im Impressum der Homepage findet sich keinerlei Hinweis auf einen fiktionalen Hintergrund. Bemerkenswert ist außerdem, dass die Webserie auf der Seite nicht erwähnt bzw. eingebunden wird. Innerhalb der Webserie hingegen sind immer wieder direkte Verweise auf die Homepage zu finden. So werden z. B. in Episode Nr. 5 Inserts mit der Aufforderung die Homepage zu besuchen oder der Agentur auf Twitter zu folgen, eingeblendet.


Genre und Ästhetik


Die Webserie orientiert sich am Genre der Mockumentary. So gibt sie vor, eine authentische, aber unprofessionell produzierte Dokumentation zu sein, um auf überspitzte Weise die Agentur- und Werbelandschaft zu parodieren. Die vermeintliche Unprofessionalität der Webserie zeigt sich zunächst vor allem in ihrer ästhetischen Gestaltung. So erwecken eine wackelige Kameraführung und unruhige Zooms den Eindruck, dass das die Produktion eines Films zunächst noch erlernt und ausprobiert werden muss. Typische Produktionsfehler, wie das Auftauchen eines Mikrofons am oberen Bildrand, werden somit gezielt inszeniert und überhöht (vgl. Episode Nr.1). Auch die Postproduktion unterstützt diesen Eindruck, Montage und vor allem die digitale Nachbearbeitung wirken ebenfalls amateurhaft. Auf extradiegetischer Ebene werden zudem immer wieder Schrifttafeln und Inserts eingeblendet, die die Namen der Figuren und weitere kurze Beschreibungen vermitteln. Mit der Verwendung verschiedener Schrifttypen, wie der in der Kreativwirtschaft verpönten Schriftart Comic Sans und einer aufdringlichen Farbgebung verstößt die Gestaltung der Bildschrift dabei ebenfalls gegen zahlreiche Designregeln. Diese gestalterische Amateurhaftigkeit wird ebenso auf intradiegetischer Ebene thematisiert, wenn die Protagonisten das Logo der Agentur mit der integrierten Grafik-Software Apple Paint Brush entwerfen, anstatt mit einem professionellem Programm wie Photoshop zu arbeiten (vgl. Episode Nr. 2). Auch im Nachspann wird die typische Arbeitsweise von Werbeagenturen parodiert, indem anstelle eines aufwendig gestalteten animierten Abspanns die Credits auf intradiegetischer Ebene mithilfe beklebter und bemalter Whiteboards präsentiert werden.

Dramaturgie und narrative Struktur


Unter dem Deckmantel vermeintlicher Ernsthaftigkeit parodiert die Webserie Agentur Amateur die Werbebranche und die Start-Up-Szene. Dies äußert sich neben der ästhetischen Gestaltung vor allem in der typisierten Inszenierung der Charaktere. So gibt es z. B. den ironischen Entrepreneur Maximilian Williams, der übertrieben arrogant und unsympathisch auftritt, immer wieder Modewörter oder Abkürzungen der Gründerszene (wie z. B. „GF“ statt Geschäftsführer) einfließen lässt und mit leeren, aber wichtig klingenden Phrasen Kompetenz vermittelt: „Ich bin schon mein Leben lang erfolgreich in allem, was ich mehr oder weniger anpacke. (…) Nur lass ich eben jetzt andere Menschen für den Erfolg von mir arbeiten.“ (Episode Nr. 1)
Auch die anderen Hauptfiguren der Webserie entsprechen altbekannten Stereotypen. So ließe sich beispielsweise der pensionierten Handwerker Hubert Kißling anführen, der immer wieder betont, dass der Kreativmarkt für ihn völliges Neuland ist und mit einer überspitzt konservativen Herangehensweise an die Arbeit in der Agentur herangeht. Die jüngere Magdalena Palys hingegen verkörpert eher die naive Schülerin, die mit Kenntnissen aus der Schulzeit auf eine eher spielerische Weise an die Aufgaben (z. B. Logo-Design) herantritt. Auch die Generationsunterschiede der Teammitglieder werden in der Webserie überspitzt und klischeehaft inszeniert. So kennen sich die älteren Mitarbeiter so gut wie gar nicht mit neuen Medien wie Computern aus und einfachste Prozesse am Computer oder im Internet gestalten sich für sie als problematisch. Im Zuge der Figurenkonstellation ist außerdem der Auftritt des über Youtube bekannt gewordenen Rappers Money Boy zu nennen, der ebenfalls aufgrund seines unprofessionellen, sich selbst und die Rapszene parodierenden Auftretens zu Erfolg gelangte (vgl. Episode Nr. 12).
Ein wichtiges dramaturgisches Element der Webserie ist zudem ihre mediale Selbstreferentialität. So werden im Zuge der Handlung immer wieder verschiedene neue Medien thematisiert und sich auf ironische Weise mit der Produktion medialer Inhalte, innerhalb der Umgebung des Internets, auseinandergesetzt. Auch das Portal Arte Creative, auf dem Agentur Amateur publiziert wurde, findet somit Erwähnung: Das Internet Portal des deutsch französischen TV-Senders tritt an die Agentur heran und bittet diese innerhalb der erzählten Welt eine  Webshow zu produzieren. Im Zuge dieser selbstreferenziellen Struktur werden außerdem der Prozess und die Bedingungen einer Webproduktion thematisiert und gezeigt (vgl. Episode Nr 9).
Wie bereits angesprochen spielt bei der Webserie außerdem die Einbindung in die Medienumgebung des Internets eine große Rolle (Homepage, soziale Netzwerke etc.). So scheinen die Grenzen zwischen intra- und extradiegetischer Ebene fließend zu sein, wenn beispielsweise der innerhalb der Serie produzierte Imagefilm auf der Website gezeigt wird oder diese innerhalb der Diegese thematisiert wird. Bei diesem Zusammenspiel der beiden Ebenen handelt es sich um ein typisches Merkmal vieler pseudoauthentischer Medienprodukte.

Angaben


Staffeln: 1
Episoden: 13
Episodenlänge: min. 9 - 19  [Ø 12,02 min]
Erscheinungsrhythmus: wöchentlich
Zuerst gezeigt auf: ARTE Creative
Produktion: Crazeland TV
Jahr: 2013
Genre: Mockumentary

Abrufbar unter:


Arte Creative [Anm.: nur noch die letzte Episode verfügbar]
(Zugriff: 02.08.2015)
Sonstige Quellen:
Agentur Amateur – Werbung neu definiert (Designtagebuch.de)
Homepage der Agentur Amateur
(Zugriff: 02.08.2015)


Julia Weber, 02.08.2015

Der Lack ist ab

Handlung


Im Mittelpunkt der Webserie stehen Tom und Hanna, beide Mitte Vierzig und verheiratet. Tom arbeitet in der Grafik-Design-Branche, während Hanna als Kinderbuchautorin tätig ist. Die Kinder sind fast aus dem Haus, eine Midlife Crisis bahnt sich an und die beiden Ehepartner stellen sich immer wieder die Frage, ob sie das Leben leben, das sie sich gewünscht haben. Die Webserie behandelt typische Alltagsprobleme eines alternden Paares, von der Angst vor einer Schwangerschaft der minderjährigen Tochter, über Unzufriedenheit im Job bis hin zur Erstellung des eigenen Testaments.

Anmerkungen


„Der Lack ist ab“ ist die erste eigene Serie des zu Pro 7 Sat 1 gehörenden Webportals My Video. Verantwortlich für das Konzept der Online-Sitcom ist der Film- und Fernsehschauspieler Kai Wiesinger. Wiesinger spielt nicht nur die Hauptrolle des Familienvaters Tom, sondern verfasste ebenfalls das Drehbuch und führte Regie. Auch die anderen Rollen der Serie sind hochkarätig besetzt, u.a. von Bettina Zimmermann und Ben Becker. “Der Lack ist ab” richtet sich an ein reiferes und dennoch internet-erfahrenes Publikum und bietet qualitativ hochwertige, kurzweilige Unterhaltung nach altbekannten und bewährten Mustern der komischen Unterhaltung.

Angaben


Staffeln: 1
Episoden: 10
Episodenlänge: min. 10 - 12 [Ø 10:42 min]
Erscheinungsrhythmus: Episode 1 – 4 auf einmal, Episode 5 – 10 wöchentlich
Zuerst gezeigt auf: Myvideo.de
Produktion: Phantomfilm GmbH
Jahr: 2015
Genre: Comedy

Abrufbar unter:


http://www.myvideo.de/serien/der-lack-ist-ab
https://www.youtube.com/channel/UCMxh8Aao_E4MOts3Yq63BZg
(Zugriff: 15.09.2015)

Sonstige Quellen:


Man wird ja nicht jünger (FAZ.net)
Szenen einer Ehe (Tagesspiegel.de)

(Zugriff: 15.09.2015)
Julia Weber, 15.09.2015