Mit dem WebserienBlog dokumentieren wir die deutschsprachige Webserienlandschaft und ausgewählte internationale Webserien [mehr über das Projekt].

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Wishlist

Handlung


Das Mobiltelefon ist in der mediatisierten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts zu einer Art sekundärem Intellekt des Individuums avanciert. Kognitive und kommunikative Prozesse werden zunehmend von Software-Applikationen des Smartphones übernommen (vgl. Eble 2014, 117 ff.), die viele Besitzer mittlerweile als unersetzbar empfinden. Diese Evolution digitaler Kompetenz wird in der für das digitale Jugendangebot funk produzierten Webserie Wishlist aufgegriffen und weitergetrieben. Denn dort erfüllt die titelgebende App „Wishlist“ auch außergewöhnliche Träume und Wünsche ihrer jeweiligen Benutzer. Doch gilt es für deren Erfüllung – im Sinne eines marktökonomischen Prinzips –, zunächst eine von der Wishlist-App berechnete Aufgabe erfolgreich zu absolvieren.

In der Monotonie des Alltags ‚verfangen‘, macht die junge Einzelgängerin Mira die ‚Probe aufs Exempel‘: Sie wünscht sich – nur so aus Spaß – einen rosa (Stoff-) Elefanten, welchen sie nach Erledigung der ihr gestellten einfachen Aufgabe – einige Mülltonnen vor die Tür stellen – ihren Erwartungen zum Trotz in ihrem Zimmer vorfindet. Auch wenn Mira an der Nutzung der sich mehr oder minder autonom in der Smartphone-Umgebung implementierenden Wishlist-App schnell Gefallen findet, so beginnt sie doch Funktionsweise und Hintergründe derselben infrage zu stellen. Denn je größer die Wünsche werden, desto ethisch und moralisch fragwürdiger werden die Aufgaben. Mit ihrem investigativen Willen, ihrer lässig-zwanglosen, alternativen Art gelingt es Mira, eine Gruppe weiterer Nutzer der Wishlist-App, die sie an einem über Wishlist gewünschten „richtig fetten Abend“ kennenlernt, für sich zu gewinnen. Im Verlauf der ersten Staffel wachsen die sich nahezu prototypisch ergänzenden Charaktere zu einem hochdynamischen Team zusammen: Mira (intelligent, kreativ, ungezwungen), Casper (ernsthaft, verlässlich, mutig), Dustin (lieb, aber zunehmend undurchschaubar), Kim (cool, relaxed) und Janina (naiv, attraktiv, modebewusst) sind gewillt, zusammen das Geheimnis um die Wishlist-App zu lüften. Denn es scheint kein Zufall zu sein, dass die öffentliche Ordnung allmählich aus dem Gleichgewicht gerät. Je näher sie dem Mysterium der App kommen, desto mehr geraten sie selbst in Gefahr.

Bleibt ‚das Universum‘, das sich hinter der Wishlist-App verbirgt, während der ersten Staffel weitgehend unpersonalisiert und ungreifbar – eine geheimnisvolle Leerstelle bzw. eine rein virtuelle Instanz –, spitzt sich die Handlung in der zweiten Staffel mehr und mehr zu einem Konflikt zweier kollektiver Gegenspieler zu: dem Team rund um Mira und der sich zunehmend personalisierenden Gruppe der Wishlist-Betreiber.

Ästhetik


Es ist die Auseinandersetzung mit dem unbekannten Fremden, dem Metaphysischen im Zeitalter des Digitalen, in Gestalt einer übermächtigen Smartphone-Applikation, welche den Nährboden für den charakteristischen, spannungsgeladenen, mystischen Duktus der Webserie Wishlist (in der ersten Staffel) bildet. Vergleichbar ist diese Handlungskonstellation durchaus mit den großen, zumeist religiös geprägten Auseinandersetzungen der Menschheit mit dem Übernatürlichen und den Bedingungen ihres Seins, aus der eine Vielzahl entsprechender medialer Artefakte hervorgegangen ist (vgl. Erdheim 1984, 151 ff.; vgl. Käuser 2013, 141 ff.). Mit Blick auf die Geschichte audiovisueller Produktionen kann beispielsweise das filmische Epos 2001: A Space Odyssey (GB/USA 1968, Stanley Kubrick) herangezogen werden. Geradezu paradigmatisch stehen hier künstlich-übersinnliche Intelligenz – repräsentiert durch die kreisförmige Sprachbedienungsoberfläche eines Bordcomputers (durchaus vergleichbar mit der Gestaltung der App in Wishlist) – und menschliches Urteil im Widerstreit. So sehr sich die Webserie Wishlist vor diesem Hintergrund als thematische Replik offenbaren mag, so sehr trägt sie in der Hinwendung zur smartphonegeprägten Generation Z zu einer zeitgemäßen Aktualisierung dieses Themenkomplexes bei.

Es ist genau die auf diesen mythisch aufgeladenen Erzählungen basierende Spannung der Webserie, die in der zunehmend deutlich werdenden Souveränität der übernatürlich scheinenden Software eine permanente Bedrohung schafft. Letzteres findet in der kontrastreichen, dunkle Bereiche des Kaders betonenden Lichtsetzung (low key), den entsättigten Farbflächen, den bedächtigen Kamerafahrten und den pointierten Groß- und Detailaufnahmen seine visuelle Entsprechung und symbolische Überhöhung. Zugleich bilden derartige Groß- und Detaileinstellungen eine Projektionsfläche für die Gefühlslagen der handelnden Figuren. Und in der Gegenüberstellung dieser Groß- und Detaileinstellungen mit den durch computergenerierte Bild- und Lichteffekte synthetisierten Panorama-Aufnahmen wird der Gegensatz von Menschlichem und Übersinnlich-Technischem einmal mehr formal widergespiegelt. Schließlich werden die emotionale Verfassung der Figuren und der Eindruck permanenter Bedrohung auch mittels elektronisch-pulsierender, sich verdichtender Klangflächen in tiefen Frequenzbereichen physisch-auditiv erfahrbar gemacht. Mitunter basieren diese Klangflächen auf der Verfremdung von akustischen Instrumenten (wie z. B. Klavier und E-Gitarre). Wenn sich in der Titelmusik ein stetiger Wechsel von schillernd-klarer und trüber Tonfarbe in eine solche Klangfläche einbettet, so scheint sich abermals der zentrale Konflikt (Mensch versus technische Apparatur) anzudeuten.

Insgesamt eröffnet diese beinahe schon manieristische Ästhetik der im Alltagsgeschehen fußenden, teilweise recht durchschaubaren Handlungsstruktur rund um die fünf Jugendlichen auf ‚Abenteuerreise‘ ein dichtes Netz symbolischer Bezüge. Sie steht in Spannung zur omnipräsenten Präsentation sämtlicher Social-Web-Kommunikation in Form von über das Bild geblendeten Screen-Inserts, die den typischen Smartphone-App-Ansichten gleichen und der Ästhetik eine weitere Dimension verleihen (s.u.).

In der zweiten Staffel korrespondiert die symbolisch aufgeladene Ästhetik mit einem anderen klassischen Handlungsmotiv mythischer Überhöhung: der Versuchung von Allmacht und Entgrenzung, dem faustischen Pakt mit dem Bösen, wobei hier die Korrespondenz zwischen Form und Inhalt nicht derart eng vernetzt ist wie in der ersten Staffel.


Dramaturgie und narrative Struktur


Wishlist ist als serial konzipiert, dessen einzelne Episoden eine dreiteilige Struktur aufweisen. Die linear-chronologische Präsentation des Grundgeschehens wird von einem Prolog und einem Finalereignis in Form eines Cliffhangers gerahmt. Nur gelegentlich wird das Grundgeschehen durch metadiegetische Erzählebenen (wie beispielsweise die Repräsentation der Imagination einer Figur) oder audiovisuelle Analepsen (Rückblicke) unterbrochen. Sowohl der Prolog als auch das Finalereignis stehen nicht selten in räumlicher und/oder zeitlicher – mitunter marginaler – Distanz zum Grundgeschehen, welche in den nachfolgenden Episoden aufgelöst wird. Insofern schaltet die Serie auf kürzestem Raum zwischen Prolepse und Analepse (Voraus- und Rückblick) hin und her – eine durchaus komplexe Zeitstruktur, die aber eindeutig markiert ist und die unmittelbare Rezeption nicht erschwert. Während der Prolog durch den zwischengeschalteten Vorspann vom Grundgeschehen abgegrenzt ist, geht das Finalereignis unmittelbar aus dem Grundgeschehen hervor und mündet in den Abspann. Diese Segmentierung ruft ein Informationsbedürfnis hervor, welches erst im Fortgang der Episoden gestillt wird. So werden die einzelnen Folgen seriell miteinander verzahnt und thematische Cliffhanger durch die formale Struktur verstärkt, was den Rezipienten förmlich an die Serie bindet.

Nicht zuletzt die überwiegend personale, der Protagonistin Mira zugeordnete Erzählperspektive vermag die Bindung zwischen dem Rezipienten und der Serie zu intensivieren. Auf diese Weise begleitet der Rezipient das Handeln, Denken und Fühlen von Mira aus nächster Nähe, wobei er gewissermaßen in einen Dialog mit der Figur tritt. Denn die Figur etabliert eine Face-to-face-Kommunikation mit dem Rezipienten, indem sie die Grenzen zwischen intradiegetischem und extratextuellem Raum in kurzen zielgerichteten Hinwendungen zum Kameraauge überwindet und dem Rezipienten jeweils ihre aktuellen Gedanken mitteilt. Diese in Abständen wiederkehrende Form filmischen Beiseitesprechens durch den Bruch der ‚vierten Wand‘ wird von den übrigen Figuren – wenn überhaupt – lediglich verwundert registriert. Auch das wiederkehrende Voice-Over der Figur Mira verstärkt diese Kommunikationskonstellation. Der Rezipient nimmt durch all diese Verfahren die Position eines ‚stillen Begleiters‘ der Protagonistin ein und wird so unmittelbar in das Geschehen involviert. (In der zweiten Staffel kommt als kontrastierende Perspektive die Sichtweise Dustins hinzu, auf den über weite Strecken der zweiten Staffel fokalisiert wird.)

Hinzu kommen die als einsehbare ‚Second Screens‘ in einen Teilbereich des Bildes eingeblendeten Bildschirmansichten von Smartphone-Anwendungen (wie typischen Messenger-Apps, Social-Media-Plattformen und der Wishlist-App) einschließlich der jeweils empfangenen und/oder getippten Texte, die mittlerweile zum Standard-Repertoire vieler Web- und On-Demand-Serien zählen. Da nicht nur sämtliche Figuren der Serie, sondern mutmaßlich auch die Zielgruppe permanent auf ihre Smartphone-Apps zurückgreifen, dürften auch durch dieses Verfahren viele Rezipienten ‚immersiv‘ in das Geschehen der Serie involviert werden. Nicht zuletzt dient die eingeblendete Smartphone-Kommunikation der Erzählökonomie.

Rezeption


Wishlist ist neben der Präsenz auf dem offiziellen Webportal des Jugendkanals funk (und der funk-App) auf verschiedenen Webplattformen vertreten und hat ein großes Publikum für sich gewinnen können (kumuliert mehr als vier Millionen Aufrufe, vgl. Film und Medienstiftung NRW 2017, 1). Gleichermaßen zeigt sich auch die Medienwelt von der Mystery-Serie mit Science-Fiction-Elementen weitestgehend begeistert – trotz der thematischen und schauspielerischen Überspanntheiten, auf die in einigen Kritiken verwiesen wird. Zahlreiche Preise, darunter den Grimme-Preis (http://www.grimme-preis.de/53-grimme-preis-2017/preistraeger/p/d/wishlist-rbmdrfunk-1/) sowie den Deutschen Fernsehpreis (http://www.deutscher-fernsehpreis.de/verleihung/preistraeger/preistraeger-2017/) gewann die Webserie in ihrem Erscheinungsjahr 2017. Vor diesem Hintergrund mag es wenig verwundern, dass die Webserie bereits Ende 2017 eine zweite Staffel bekam (erstveröffentlicht von Dezember 2017 bis April 2018). Eine dritte Staffel wird vorerst nicht produziert, ist von den Produzenten aber auf längere Sicht nicht ausgeschlossen. Um das Interesse am ‚Wishlist-Universum‘ zwischen den Staffeln aufrechtzuerhalten, ist über die Social-Media-Kanäle sukzessive Text-, Foto- und Videomaterial von der Arbeit hinter den Kulissen publiziert worden – wobei die Macher der Serie dabei auch den Wünschen des Publikums gefolgt sind, frei nach dem Motto der Wishlist-App: „Welchen Wunsch darf ich Dir erfüllen?“


Angaben


Staffeln: 2
Episoden: 10/12 (erste/zweite Staffel)
Episodenlänge: ca. 15–20 Minuten (erste Staffel); ca. 25–30 Minuten (zweite Staffel)
Erscheinungsrhythmus: wöchentlich
Zuerst gezeigt auf: YouTube und funk.net
Regie: Marc Schießer
Produktion: Outside The Club, Radio Bremen, MDR Sputnik im Auftrag für funk
Jahr: 2016
Abrufbar unter: https://www.funk.net/channel/wishlist-742/ (nicht mehr abrufbar) (Zugriff 10.09.2017)

Sonstige Quellen


2001: A Space Odyssey (GB/USA 1968, Stanley Kubrick)

Eble, Michael (2014): „Mobile Kommunikation und Social Web. Formen und Akteure im Kontext von Location-based Services“. In: Mobile Medien – Mobiles Leben. Neue Technologien, Mobilität und die mediatisierte Gesellschaft. Hrsg. von Thomas Bächle und Caja Thimm. Berlin u. a.: LIT (Bonner Beiträge zur Onlineforschung, 3), S. 117–142.

Erdheim, Mario (1984): „Kulturelle Elaboration und Abwehr von Angst“. In: Leitsymptom Angst. Hrsg. von Paul Götze. Berlin/Heidelberg: Springer, S. 151–158.

Film und Medienstiftung NRW (Hg.) (2017): ‚Wishlist‘: 2. Staffel geht online. Düsseldorf: Film und Medienstiftung NRW, S. 1, Online: https://www.filmstiftung.de/news/wishlist-2-staffel-geht-online/ (Zugriff 11.12.2018).

Käuser, Andreas (2013): „Medienkulturen der Angst. Einleitung. Angst, Medialität und Repräsentation“. In: Angst. Ein interdisziplinäres Handbuch. Hrsg. von Lars Koch. Stuttgart/Weimar: Metzler, S. 141–147.

Wishlist (Facebook-Portal):
https://de-de.facebook.com/WishlistSerie/

Wishlist (YouTube-Portal): https://www.youtube.com/channel/UCwOvSO2kf7sm_ZQyi6_DL4w

(Jurij Abegg/Markus Kuhn, 23.01.2019)

Alles Liebe, Annette

Handlung

In der Webserie Alles Liebe, Annette geht es um die 18-jährige Annette Hülshoff, dargestellt von der Schauspielerin Barbara Prakopenka. Die Webserie spielt dabei selbstreflexiv mit ihrem Status als fiktionale Erzählung, ihrer Selbstinszenierung als authentischer Videoblog sowie biographischen Referenzen. Bei der Produktion des im Dezember 2016 gestarteten Jugendsenders Funk handelt es sich um eine sehr freie Adaption des Lebens der bekannten deutschsprachigen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gewirkt hat. Biografische Bezüge zum Leben der Dichterin werden collagenartig neu angeordnet und spiegeln sich in einzelnen Figurenanlagen oder Konstellationen der Handlung; die eigentliche Erzählung jedoch ist in die Gegenwart ‚übersetzt’.

Anmerkung
Im Mittelpunkt der Handlung steht die 18-jährige Annette Hülshoff, die in einem Dorf nahe Halle an der Saale aufgewachsen ist. Annette träumt davon, Schriftstellerin zu werden.
Um mit ihrer potentiellen Leserschaft in Kontakt zu treten, erstellt sie einen Videoblog in dem sie tagebuchartig über ihren Alltag berichtet. Diese Videoclips bilden die einzelnen Episoden der Webserie. Die Handlung beginnt mit dem Auszug von Annette aus dem Haus ihrer Eltern. Kurzerhand zieht Annette in eine Wohngemeinschaft mit ihrer Freundin Maria.
Im Verlauf der Handlung kommen noch weitere Mitbewohner hinzu, etwa der zurückhaltende Jurastudent Henry oder der Musiker Arne. Letztgenannter ist in der fiktionalen Welt der Webserie ein aufstrebender Pop-Star, der insbesondere bei jungen Mädchen beliebt zu sein scheint. Im weiteren Verlauf der Geschichte entspinnt sich eine komplexe ‚Dreiecks-Beziehung’ zwischen Annette und Arne bzw. Henry.
Die Erzählhaltung der Webserie kann dabei als ‚pseudo-authentisch’ bezeichnet werden: wiederholt wird mit ästhetischen und narrativen Strukturen gespielt, die die Illusion der Privatheit von Annettes Videoblog durch inszenierte Unprofessionalität betonen. Diese ‚Fehler’ oder produktionsbezogene Unsauberkeiten werden dabei nicht herausgeschnitten, sondern ganz bewusst als Authentifizierungsstrategie eingesetzt:
So verstellt Annette etwa ihre feststehende Kamera mitten in einem Videoblog, um einen geeigneteren Kamerawinkel zu finden, oder korrigiert wiederholt sprachliche Aussagen, welche sie als nicht exakt genug formuliert empfindet.
Interessanterweise gibt es jedoch auch verschiedene Inszenierungsstrategien, die den eindeutig fiktionalen Status der Webserie zumindest temporär in den Vordergrund treten lassen.
In der zweiten Folge nutzt Annette ihren Computer, um mit ihrer Freundin Maria per Videokonferenz zu chatten. Maria befindet sich dabei in Halle, Annette hingegen im Haus ihrer Eltern, einige Kilometer von Maria entfernt. Abwechselnd sehen wir Annette, wie sie von ihrer Webcam gefilmt wird, und den Blick auf ihren Monitor, auf dem Maria zu sehen ist. Plötzlich jedoch steht Maria leibhaftig in Annettes Zimmer. Annette erscheint deswegen verwirrt zu sein: wie kann Maria, die gerade noch in Halle war, plötzlich in ihrer Wohnung sein? In der Webserie wird keine Antwort auf diese Frage gegeben. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Rezipienten, im Abgleich mit ihrem Weltwissen, zu dem Ergebnis kommen, dass eine derartige metaleptische Überbrückung von Raum und Zeit unter Berücksichtigung der physikalischen Gesetze nur in fiktionalen Artefakten möglich ist.
Alles Liebe, Annette kann somit als eine der interessantesten deutschsprachigen Webserien des Jahres 2017 bezeichnet werden. Zwar lassen sich weder die Inszenierung als Videoblog noch die Nutzbarmachung literarischer Motive als Innovation werten, trotzdem kann die Webserie durch die vermittelte Geschichte und aufgrund der sehr guten Besetzung überzeugen.

Angaben

Staffeln: 1
Episoden: 100
Episodenlänge: ca. 5 Minuten
Zuerst gezeigt auf: YouTube
Produktion: Bastei Media im Auftrag von Funk
Jahr: 2016-2017
Genre: Soap, WG-Webserie
Abrufbar unter: YouTube

(Andreas Veits, 17.10.2017)

Der Wedding kommt

Handlung


Die drei Freundinnen Roxy, Luisa und Mia treffen sich freitags in der Berliner U-Bahn vom Wedding nach Neukölln auf dem Weg zur nächsten Party. Beim Vorglühen werden dabei die wichtigsten Fragen ihres Lebens geklärt: von modernen Beziehungen bis zur beruflichen Selbstfindung.

 

Anmerkung


Produziert im Auftrag von funk, feierte die Webserie Der Wedding kommt mit einer Silvesterfolge am 31. Dezember 2016 ihre Premiere auf Facebook. Die Serie wurde von einem überwiegend weiblichen Produktionsteam entwickelt und positionierte sich laut eigener Angaben vor allem als Format über eine Gruppe moderner, unabhängiger Frauen, die als Identifikationsfiguren dienen sollen. Inhaltlich spricht die Webserie auch solche Themen und Probleme an, die mit üblichen gesellschaftlichen Konventionen in Bezug auf Weiblichkeit brechen: So wird in einer der Folgen von der „tauben Muschi“ gesprochen oder in der anderen – die Thematik der offenen Beziehung in den Mittelpunkt gestellt.

Die Regisseurin Isabel Barak spricht davon, dass die Serie „auf humorvolle Weise einen modernen Feminismus zeigt, (…) ohne in Klischees zu verfallen“. Das feministische Missy Magazine vergleicht die Webserie sogar mit der gefeierten amerikanischen Serie Girls – und tatsächlich sind thematische Einflüsse aus dem amerikanischen Vorbild erkennbar. In beiden Serien geht es um Frauen, die mit Sex, Beziehungen und sich selbst klarzukommen versuchen. Girls wird jedoch häufig gerade dafür gelobt, wie ehrlich, unglamourös und schonungslos die Frauen und ihr Leben dargestellt werden. Von der scharfsinnigen Schonungslosigkeit einer Lena Dunham ist bei Der Wedding kommt dagegen nicht viel zu spüren. Die Webserie geht deutlich sanfter mit ihren Protagonistinnen um, die jeweils einem spezifischen Stereotypen zugeordnet werden können – Roxy als Sexbombe, Mia als Möchtegern-Start-Up-Unternehmerin und Luisa als naives Mädchen von nebenan – aus dem sie nur selten innerhalb der Handlung ausbrechen dürfen. Selbst wenn die Mädels nach einer durchzechten Nacht mit verschmiertem Make-Up dargestellt werden, bleiben sie den Zwängen ihrer Rollen häufig weiterhin treu. Dabei beweisen gelungene Szenen wie beispielsweise in der sechsten Folge „Alt und Einsam“, wenn die Sexbombe Roxy ihren 30esten Geburtstag feiert und auf dem Weg nach Hause glaubwürdig und verletzlich wirkt, dass es auch anders geht. Für die bereits geplante zweite Staffel wären mehr solche Augenblicke wünschenswert.

Trotz der kleineren Schwächen ist Der Wedding kommt eine technisch einwandfreie und unterhaltsame Webserie, die eine Frauenfreundschaft in den Mittelpunkt rückt. Während im US-Fernsehen immer mehr Frauen wie Tina Fey, Lena Dunham, Jill Soloway und Shonda Rhimes ihre eigenen Shows schreiben und produzieren, gibt es in Deutschland vor und hinter der Kamera immer noch sehr wenig weibliche Produktionsteams. Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Tatsache in den nächsten Jahren ändern wird und mehr Produktionen entstehen, die eine weibliche Perspektive verstärkt in den Fokus stellen.

 

Angaben


Staffeln: 1
Episoden: 6
Episodenlänge: ca. 5 Minuten
Zuerst gezeigt auf: Facebook
Produktion: UFA LAB im Auftrag von Funk
Jahr: 2017
Genre: Komödie
Abrufbar unter: YouTube

 

Sonstige Quellen


Dockterman, Eliana (2015). "Why We Need More Women Creating TV Shows." TIME Magazine.
Nussbaum, Emily (2012). "It's different for 'Girls': Lena Dunham's new show is like nothing else on TV." New York Magazine.
Runciman, Svenja (2016). "Der Wedding kommt: Neue Facebook-Serie". Goldene Kamera.
Umuhire, Amelia (2017). "Lena Dunham trifft auf Anke Engelke: Isabel Braaks Webserie handelt von Freundinneschaft, Sex und dem Großstadtleben. Ein Interview." Missy Magazine.
(Zugriff: 14.06.2017)

(Maria Malzew, 14.06.2017)

S.O.S. Save Our Skins [ENG]

Handlung


S.O.S. Save Our Skins erzählt die Geschichte von zwei britischen Geeks, Ben und Stephen, die eigentlich zu einer Science-Fiction-Convention nach New York angereist sind, aber beim Aufwachen im Hotel feststellen, dass der Rest der Menschheit komplett verschwunden zu sein scheint. Nachdem die beiden Protagonisten weder auf Twitter, noch über Xbox Live auf Lebenszeichen stoßen und schließlich auch noch ihre letzten Essensvorräte aufgebraucht sind, wagen sie sich in die seltsam leere Stadt hinaus und versuchen herauszufinden, was mit den Menschen passiert sein könnte. Dabei entdecken sie, dass die neue Welt auch einige neue Probleme und Gefahren in sich birgt.

 

Anmerkung


Entwickelt von zwei britischen Comedians Nat Saunders und Chris Hayward (bekannt durch Shows wie Big Train, Smack the Pony, Trollied und Fit), die selbst auch die beiden Hauptrollen spielen, wurde der Pilot der Webserie auf der „Just-for-Laughs“-Konferenz entdeckt und gleich danach durch mehrere Produktionsstudios in Kanada und UK finanziert und co-produziert. Die Produktion war dann in unterschiedlichen Versionen verfügbar: als 13-Teilige Webserie, als 4-teilige Fernsehshow und als 90-minütiger Fernsehfilm. Nachfolgend gewann die Serie mehrere Awards, unter anderem auf dem Crystal Palace International Film Festival und dem Raindance Web Festival.

Tatsächlich überzeugt die Webserie zunächst durch einen gelungenen Mix aus Komödie, Science-Fiction und Horrorsatire. Gerade die Zuschauer, die mit anderen großen Produktionen des gleichen Genres wie beispielsweise Shaun of the dead oder The Hitchhiker's Guide To The Galaxy vertraut sind, werden mit vielen liebevoll eingebauten interfilmischen Referenzen auf der visuellen und auditiven Ebene konfrontiert. So erinnert bereits das eindrucksvolle Setting der Serie – die menschenleere Stadt New York - an die Szenen aus dem Film I am Legend. Die Webserie inszeniert viele der Verweise auf spezifische Filme oder Genres dabei in einem humoristischen Gestus.

Grundsätzlich profitiert die Serie ebenfalls dadurch, dass die Hauptfiguren gut miteinander harmonieren. Die beiden Figuren sind als Gegensätze inszeniert: Ben als fauler und egozentrischer Klassenclown, der auf den verantwortungsbewussteren Stephen angewiesen ist. Außerdem besitzen beide überhaupt keine Überlebensfähigkeiten, die in einer apokalyptischen Welt eigentlich unabdingbar sind, was zu gefährlichen und gleichermaßen absurden Situationen führt.

S.O.S. Save Our Skins ist insgesamt ein solider Genremix, der sich zwar aus einer Reihe von Vorbildern bedient und an Kultkomödien wie Shaun of the Dead nicht ganz rankommt, aber dank der gelungenen Besetzung und der überzeugenden Inszenierung durchweg eine gute Unterhaltung bietet.

 

Angaben


Staffeln: 1
Episoden: 13
Episodenlänge: ca. 6 – 10 Minuten
Zuerst gezeigt auf: FEARnet
Produktion: Baby Cow Productions / Duopoly / Farmhouse Productions / Smiley Guy Studios
Jahr: 2014
Genre: Komödie / Sci-Fi / Horror
Abrufbar unter: YouTube

(Maria Malzew, 06.06.2017)

Ex-Model

Handlung


Was macht eigentlich ein ehemaliges Topmodel, das für die Modeindustrie zu alt geworden ist? Genau dieser Frage muss sich die in Paris lebende Chinesin XinXin stellen. Dabei entdeckt die gerade mal 25-Jährige schnell, dass es gar nicht so einfach ist, als Ex-Model den Lebensunterhalt zu bestreiten und den gewohnten Lebensstil beizubehalten. Weil sie bisher jedoch nichts anderes als Modeln gelernt hat, muss sie die verrücktesten Jobs annehmen und landet unterdessen häufig in peinlichen oder lustigen Situationen. So wird XinXin unter anderem unfreiwillig zum Vorbild für eine Sexpuppe oder muss bei einem weiteren Job eine Antifalten-Creme mit ungewöhnlichen Nebeneffekten testen.

Anmerkung


Die auf der wahren Lebensgeschichte der Hauptdarstellerin Xing Wang basierte biografische Webserie bedient sich der Thematik, die in den letzten Jahren vor allem durch diverse Reality-TV-Formate populär geworden ist. Dass Modelbusiness als Massenunterhaltung gut funktioniert und darüber hinaus den Produzenten sogar Millionenumsätze bringen kann, weiß der deutsche Zuschauer spätestens seit der Ausstrahlung von Germany’s Next Topmodel. Was dieses Unterhaltungsformat allerdings nicht thematisiert, ist die Frage danach, welche berufliche Möglichkeiten den jungen Frauen überhaupt noch bleiben, wenn sie in der schnelllebigen Fashionindustrie bereits mit Anfang Zwanzig als zu alt gelten.

Die chinesisch-französische Webserie spricht diese Problematik dagegen offen an und macht sie sogar zum zentralen Leitmotiv der Handlung. Leider bleibt die Auseinandersetzung mit dem Thema dabei auch hier eher oberflächlich: So wird von den Serienproduzenten nicht reflektiert, warum XinXin nicht mehr als Model arbeiten kann oder warum die Modeindustrie überhaupt immer jüngere Gesichter braucht. Stattdessen wird der Alltag eines arbeitslosen Models komödiantisch – fast wie in einer Slapstick-Komödie – in Szene gesetzt, wobei häufig sowohl Model-Stereotypen als auch Asiaten-Klischees im Mittelpunkt der Erzählung stehen. Das thematische Potenzial der Serie, das hier durchaus vorhanden ist, könnte in Bezug auf ihre sozial-kritische Funktion aber weiter ausgebaut werden, wenn die Figuren differenzierter dargestellt würden.

Außergewöhnlich ist bei dieser Produktion der mutige Umgang mit formalen Mitteln. Bereits ab der ersten Sekunde der Serie wird mit schnellen Schnitten, mit eingefügten schnellwechselnden Fotos und Videos, mit Schriftzügen im Bild und dem darübergelegten Voice-Over ein rasantes Tempo der Erzählung vorgelegt. So erfährt man beispielsweise in der ersten Folge ("Life as a model") durch eine schnelle Montage aus Videos und Fotos, die wie in einem Album von XinXin persönlich umgeblättert und von ihr durch ein Voice-over kommentiert werden, wie aus der Sicht der Protagonistin sie überhaupt zum Modeln kam. Dieser subjektive Eindruck wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass XinXin ihre Erzählung manchmal unterbricht, um etwas zu erzählen, was mit den Ereignissen ihrer Vergangenheit nicht unmittelbar zu tun hat, wobei gerade durch derartige ‚Abschweifungen‘ individuelle Wertvorstellungen der Figur ersichtlich werden (wie etwa in Folge 1: „aber, schaut hier, das Mädchen ist fast so hübsch wie ich“).

Durch den schnellen Einstellungswechsel und die schon beschriebene Fülle an Stilmitteln muss sich der Rezipient zunächst an die bunte und sehr schnelle Welt der Serie gewöhnen. Insgesamt besteht darin aber genau der Reiz der Serie.

Angaben


Staffeln: 2
Episoden: 20
Episodenlänge: ca. 4-8 Minuten
Zuerst gezeigt auf: Youku Original
Produktion: Drunken Dragon Productions
Jahr: 2014-2015
Genre: Komödie
Abrufbar unter: Amazon Prime

(Maria Malzew, 24.05.2017)

Familie Braun

Handlung


Kai Braun und Thomas Stahl sind Neonazis, die gemeinsam in einer Plattenbauwohnung in Berlin leben und in ihrer Freizeit gern Hakenkreuze auf Windschutzscheiben sprühen, die Bevölkerung mit einem Hitlergruß provozieren und grundsätzlich sinnlos in der Gegend rumpöbeln. Eines Tages steht die dunkelhäutige sechsjährige Lara vor ihrer Tür. Im folgenden stellt sich nicht nur heraus, dass Kai Laras Vater ist, sondern soll der junge Neonazi fortan auch noch die Erziehung des Kindes übernehmen, weil Laras Mutter aus Deutschland abgeschoben wird.

Anmerkung


Diese Webserie – produziert fürs ZDF unter Mitarbeit von YouTube-Stars LeFloid, Doktor Froid und Space Frogs – feierte ihre Premiere im Kino Babylon und war kurz danach auf YouTube und in der ZDF-Mediathek frei verfügbar. Laut SPIEGEL wurde die erste Folge nach nur vier Tagen mehr als 30.000 Mal geklickt. Tatsächlich versucht das ZDF mit diesem Projekt die YouTube-Zielgruppe zu erreichen und setzt dabei auf hippe YouTube-Kreative und ihre Social-Media-Communities. Wie kaum bei einer anderen deutschen Webserie war daher auch das Interesse der Presse entsprechend groß. Die Pressestimmen sind dabei allerdings alles andere als positiv ausgefallen. So wird die Serie beispielsweise als „geschmackslos und realitätsfern“ (vgl. ZEIT ONLINE) beschrieben und die beiden Hauptfiguren – als „Witzfiguren (…), zumal man ihnen die rechtsradikale Mentalität keine Sekunde abnimmt“ (vgl. FAZ).

Hinter dieser Kritik steckt teilweise auch die Gretchenfrage, die sich bei einer derartigen Thematik fast automatisch stellt: Darf man sich über Nazis überhaupt lustig machen? Verharmlost die komödiantische Bearbeitung dabei nicht ein schwerwiegendes gesellschaftliches Problem? Zumindest die Presse scheint sich diesbezüglich weitgehend einig zu sein: Natürlich darf man das, aber dann muss es eben „originell und lustig sein“ (vgl. Stern). Tatsächlich beweisen gelungene Beispiele aus der Filmgeschichte wie etwa „The Great Dictator“ von Charlie Chaplin oder „To Be or Not To Be“ von Ernst Lubitsch, dass Ernsthaftigkeit, Humor und Sarkasmus sich bei der Beschäftigung mit dem Thema Rechtsradikalismus nicht ausschließen müssen. Zugegebenermaßen ist es alles andere als fair, eine Webserie wie „Familie Braun“ mit Meisterwerken der Filmgeschichte zu vergleichen. Amüsant ist die Serie dennoch, auch wenn sie insgesamt etwas vorhersehbar ist und die Figuren ihre nationalsozialistische Ideologie in der Tat nicht sehr überzeugend porträtieren. Einige kurze bemerkenswerte Szenen bietet die Serie trotzdem, beispielsweise wenn Laras Lehrer zur Besuch kommt und sich im Laufe der Folge als Neonazi entpuppt, der den Vater zu überzeugen versucht, dass Lara lieber eine andere Schule besuchen soll. Auch wenn diese Szene weder realitätsnah noch besonders raffiniert konzipiert ist, so werden die Zuschauer zumindest damit konfrontiert, wie einfach sich der ‚gutgemeinte‘ Rassismus in den Alltag schleichen kann.

Bei all der inhaltlichen Kritik an der Serie darf man jedoch nicht vergessen, dass „Familie Braun“ vor der Herausforderung steht, nicht nur innerhalb von etwa fünf Minuten pro Folge schnell und eindeutig die Handlung zu inszenieren, sondern vor allem das junge Publikum, die eindeutige Zielgruppe der Produzenten, zufriedenstellen muss. Formate wie die Webserie „Familie Braun“, die sowohl im Fernsehen als auch im Internet rezipiert werden, sind daher als Ausdehnung des klassischen Fernsehangebotes zu verstehen: Auch wenn erzählerisch noch einige Punkte hätten besser gelöst werden können, ist es grundsätzlich zu begrüßen, dass das öffentlich rechtliche Fernsehen nicht nur neue mediale Formen aufgreift, sondern auch kontroverse Themen bearbeitet, die im Kontext von deutschen Webserien ansonsten eher selten vorkommen.

Angaben


Staffeln: 1
Episoden: 8
Episodenlänge: ca. 3-7 Minuten
Zuerst gezeigt auf: YouTube / ZDF.de
Produktion: Polyphon im Auftrag von ZDF Quantum/Das kleine Fernsehspiel
Jahr: 2016
Genre: Komödie
Abrufbar unter: YouTube: Familie Braun

Sonstige Quellen


Frank, Arno (2016). „Papi ist Nazi - aber ein lieber.“ SPIEGEL Online. Kunert, Heike (2016). „Familie Braun: Zu Hause bei der Führers.“ Zeit Online. Jungen, Oliver (2016). „ZDF-Serie „Famile Braun“: Zwei Dumpfbacken und ein Findelkind.“ FAZ. Denk, David (2016). „Familie Braun auf ZDF: Der Nazi und seine schwarze Tochter.“ Süddeutsche Zeitung Heidböhmer, Carsten (2016). „ZDF-Serie „Famile Braun“: Mein Papi, der liebe Nazi-“ Stern (Zugriff: 09.05.2017)

(Maria Malzew, 09.05.2017)

Courage

Handlung


Bei "Courage" handelt es sich um ein serielles Format der deutschen Wrestling-Liga 'German Wrestling Federation. Jede der ca. vierzigminütigen Folgen umfasst filmisches Material in Form der vor Publikum aufgezeichneten 'Ring-Kämpfe' sowie zusätzliche pseudo-authentische Sequenzen, die als Rahmenhandlung für diese 'Matches' inszeniert werden. Diese letztgenannten Einspieler dienen dazu, bestimmte Rivalitäten zwischen den Kämpfern zu beleuchten bzw. für das Publikum transparent zu machen. 

Anmerkungen


"Courage" ist nicht als Webserie im engeren Sinne zu klassifizieren: Die einzelnen Folgen umfassen eine Spieldauer von fast einer vollen Stunde, zudem ist die Handlung der Serie zwar 'fiktional', der Großteil einer jeden Folge besteht jedoch aus den live aufgezeichneten Kämpfen der Wrestler, diese Segmente sind am treffendsten als 'Sports-Entertainment' zu bezeichen.
Insbesondere die Einspieler zwischen den Kämpfen sind professionell produziert und können qualitativ (Kamera- und Schnitttechnik) durchaus mit vielen anderen deutschen Webserien mithalten. Die Überblendungen von faktualen Inhalten und gescripteten Inszenierungen beschränken sich dabei nicht nur auf die Kämpfe im Ring, sondern ergeben sich auch im Zusammenspiel mit der Rahmenhandlung: Im Stile eines Video-Blogs wird durch die letztgenannten Sequenzen von einzelnen Wrestlern berichtet und dabei auf verschiedene Authentizitäts-Marker, wie beispielsweise Handkameraeffekte, zurückgegriffen. Die Wrestlig-Serie ist dabei trotz des hohen Produktions-Niveaus  in erster Linie nur etwas für Fans der Sportart.


Angaben


Staffeln: 1
Episoden: 6 (Stand: 20.01.2017, die Staffel wird derzeit fortgeführt)
Episodenlänge: ca. 40-120 Minuten
Zuerst gezeigt auf: YouTube
Creator und Regie: German Wrestling Federation
Jahr: 2016-2017
Genre: Pseudo-Authentisch
Abrufbar unter:
https://www.youtube.com/playlist?list=PL7oUdQScYXSDHBhCUoWVAbwCOwpBmS0qa

(Andreas Veits, 08.02.2016)